Die Geschichte des Bonnschlössls

Tauchen Sie ein in die Vergangenheit unseres Hauses

Hier finden Sie Informationen und Hintergründe von der Vergangenheit bis heute

Ferdinand Bonn

wurde am 20.12.1861 in Donauwörth geboren. Sein Vater,
Staatsanwalt, war vielseitig künstlerisch tätig. Schule und Gymnasium absolvierte der junge Ferdinand nur mit mäßigem Erfolg. Anstelle der Schulaufgaben schrieb er lieber Romane und Dramen und tat sich schon früh im Vortrag klassischer Bühnentexte hervor. Darüber hinaus zeigte er eine hohe Begabung für Musik und Malerei. Von seinem Naturell her war er leidenschaftlich und zum
Protest geneigt, was ihn später oft in Bedrängnis brachte.


Auf Wunsch des Vaters studierte er Jura. Gleichzeitig mit dem Studium absolvierte er seinen Militärdienst in München. Sein Hauptinteresse galt der Malerei.
Er verkehrte viel im Hause des Historienmalers Piloty und des Grafen von Hornstein in München, mit dessen Tochter er Theater spielte.

Nach einem Säbelduell konnte er sich der Malerei nicht mehr widmen und er beschloss Schauspieler zu werden. Bei seinem juristischen Examen fiel er zur Erheiterung der Professoren absichtlich durch. Wichtige Verbindungen zu den damaligen Theatergrößen, wie z.B. zu Ernst Possart, ebnete ihm seine Geliebte und spätere erste Frau, die französische Sängerin Helene Moerdes.
Seine Karriere als Schauspieler begann 1885 in Nürnberg. Es folgten Höhen und Tiefen eines Künstlerlebens. Er verlor Frau und Kind. Wegen seiner Wandlungskunst in großen und kleinen Rollen umjubelte man ihn schon bald in München.


Nach einer Liebesromanze mit einer bayerischen Prinzessin und einer tragisch endenden Liebe mit einer Münchner Schauspielerin verlassen ihn seine Freunde.
Nur Prinz Ruprecht hält ihm die Treue. Bonn nimmt Abschied von München, geht ans Burgtheater nach Wien. Als Hamlet wird er dort am 5.6.1891 stürmisch gefeiert. Vom Wiener Publikum geliebt, mit der Hoftheater-Kamarilla in ohnmächtigem Kampf, verlässt er Wien und geht nach Berlin. Hier Enttäuschung, ebenso in Paris. In dieser Zeit findet er die richtige Gefährtin seines Lebens, Maria Sundl, ein Mädchen aus der Steiermark, die ihn aufrichtet und die er zu Schauspielerin ausbildet. Nach erfolgreichen mehrmaligen Auftritten in New York übernahm er von 1905 bis 1907 die Leitung des Berliner Theaters. Mit eigenen Dramen und Stücken, wie z.B. “Der Hund von Baskerville” und “Sherlock Holmes”, “Der Junge Fritz” u.a. eroberte er die deutschen Bühnen. Als Verfasser von Militärhumoresken und als Mitarbeiter der Fliegenden Blätter schoss er mit spitzer Feder gegen Missstände der
Wilhelminischen Aera.


1908 erwirbt Maria Bonn in Bernau das noch heute nach ihm benannte “Bonnschlößl”, das von seinem früheren Besitzer zur herrschaftlichen Villa umgebaut worden war. Bereits Ende 1909 stirbt Maria Bonn (siehe Grabmahl). Sie war bei den Bernauern sehr beliebt. Bonn lässt das Feriendomizil zu einem Schlösschen mit vier Türmchen ausbauen (Abbildung zeigt das Bonnschlösschen 1908 vor dem Umbau durch Ferdinand Bonn).

Als passionierter Reiter sah man Bonn bei seinen tägliche Ausritten in die nähere und weitere Umgebung. In Erinnerung ist sein Streit mit den Berghamern Bauern,
wegen eines alten Weges, der durch seinen Park verlief. In Bernau inszenierte er schon damals seinen Film über Ludwig II., in dem Bernauer als Statisten auftraten. Beim Kirchenchor wirkte er manchmal als Geiger mit.
Seine spätere dritte Frau, Addy Bonn, führte das Haus seit 1919. Ferdinand Bonn starb am 24.09.1933 in Berlin.
Bis Kriegsende bewohnte Addy Bonn und ihre Tochter selber das Haus. Danach wurde ein Kinderheim daraus.


1965 ging das “Bonnschlößl” in den Besitz der Familie Theo und Anni Stolz über.
Durch einen Umbau 1966 wurde es zum Hotel, Vermietung von Zimmern mit Frühstück. 1987 renovierten die Besitzer (jedes Zimmer mit DU/WC), so dass das
Hotel “Bonnschlößl” im neuen Glanz erstrahlte.
Der Sohn von Anni und Theo Stolz, Reinhard Stolz, übernahm mit seiner Frau Marianne das Hotel am 1. 7.1997.